Barfuss-Schule in Sambia

Mai 2016:

Wir feiern eine unglaubliche Erfolgsgeschichte, die im Jahr 1996 begonnen hat.

Mit Stolz, Freude und mit tiefempfundener Dankbarkeit gegenüber allen Leuten, die uns auf unterschiedlichste Art und Weise in diesen 20 Jahren unterstützten und ermutigten, durften wir sehen, was aus vielen Schülern der Barfuss-Schule geworden ist.

Die ganze Schule ist geschmückt, letzte Vorbereitungen für das grosse Fest. Viele Ehemalige sind eingetroffen, um an diesem Event teilzunehmen. Schau mal wer da kommt! Hi mein Freund, lange nicht gesehen. Wie geht es dir? Wo wohnst du und was machst du, tönte es von allen Seiten. Sie machen den gegenwärtigen Schülern Hoffnung und beweisen ihnen, dass das Motto der Schule: „I can do it“ zu einem schulischen Erfolg führen kann und dass es auch für Schüler einer nicht staatlichen Schule eine Zukunft gibt. Von Visionen, Träumen und Hoffnung ist hier die Rede, aber auch von Durchhaltewillen und harten Kämpfen, um gesteckte Ziele zu erreichen. Was Kennedy Kazeze und ich vor 20 Jahren begonnen haben, darf Dank vielen Helfern in der Schweiz und den Schwestern in Sambia weiter bestehen. Schwester Mirriam, eine Sambierin und gegenwärtige Schulleiterin, erfüllt ihre Aufgabe sehr gewissenhaft. Es geht weiter, die Kinder sitzen wie zuvor dichtgedrängt in ihren Schulzimmern und wollen lernen.

Die Visionen sind für viele Schüler und Schülerinnen Wirklichkeit geworden. In meiner Rückschau kann ich sagen, dass sich unser aller Einsatz trotz der vielen Hürden und Dank der grossartigen finanziellen und moralischen Unterstützung der Barfuss-Schul Stiftung gelohnt hat.

Die Schule wird Dank der Stiftung in der Schweiz und dem Management von Sr. Gabrielle Wilms und Sr. Margaret Musonda in Sambia bestimmt noch vielen Kindern eine bessere Zukunft ermöglichen.

Franziska Dällenbach 2016

November 2016:

Die Festzelte sind abgebaut, die Reste des Festessens längst verteilt, die ehemaligen Schüler und Lehrer, aber auch Franziska Dällenbach sind wieder in ihre jetzigen Leben zurückgekehrt. Als letzter Event in diesem Jubiläumsjahr darf auch ich ein weiteres Mal die Barfuss – Schule besuchen.

Die Examen der Abschlussklasse sind soeben fertig geschrieben worden. Die unteren drei Stufen gehen noch bis zu den Weihnachtsferien normal zum Unterricht.

Wie ganz Sambia wartet man auch hier auf die Regenzeit. Mit dem neuen Wassertank haben sich die Verpflegungsmöglichkeiten der Kinder vergrössert. Alle Felder sind randvoll bepflanzt. Ein Gärtner kümmert sich mit den Schulkindern um das Wohlergehen von Tomaten und Kabis. Nur das grosse Maisfeld der Schule ist noch auf den jährlichen Regen angewiesen.

Wir bereisen das grosse Land und oftmals bedrückt beobachten wir abgeholzte Flächen, um für neue Felder Platz zu machen, aber auch immense Abfallberge (Plastik, PET und Aludosen). Grotesk wirken riesige Walplakate mit Versprechungen, die mir aus den Sternen gegriffen scheinen, daneben Stromleitungen ohne Kabel, und überall Armut. Für mich am Ergreifendsten ist es, neben den unzähligen Schulkindern in Uniformen, die bereits vor 6 Uhr am Morgen den Strassen entlang zur Schule gehen, die zurückbleibenden Kinder in zerlumpten Kleidern zu sehen. Oftmals sind es auch diese Kinder, die anstelle von Schulbüchern mit verschiedenen Gefässen zum nächsten Brunnen wandern, um Wasser für die Familie zu holen. Oder sie begleiten Erwachsene auf die Felder, mit Haken auf den Schultern.

Wie oft wünsche ich mir an verschiedensten Orten eine Barfuss – Schule im Umkreis von 5 Stunden (solange wandert ein Mädchen, welches momentan den weitesten Weg zu unserer Schule hat). Doch  Fatima ist hunderte Kilometer weit weg; man könnte weinen, um die genommenen Chancen dieser Kinder.

Und doch bin ich dankbar, dass es in Fatima für weit über hundert Kinder die Möglichkeit für ein würdigeres Leben gibt. Dank Ihnen, als Spender, können diese Kinder ihren Wissensdurst, aber auch seit diesem Jahr den Durst nach frischem Wasser stillen.


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Ich weiss, die Barfuss-Schule ist nur ein Tropfen auf einen heissen Stein, doch möchte ich meine Gedanken mit folgendem Zitat abschliessen:

 

Wassertropfen für sich alleine sind ein Nichts. In Gemeinsamkeit vereint,
können sie jedoch zu dem wohl mächtigsten Element der Erde werden.

 

Für Ihre treue Unterstützung in „unseren“ einzelnen Tropfen in Sambia möchte ich allen von Herzen danken.

                                                                                               Simone Schawalder (Stiftungsratmitglied)